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NebelZimmer - Auszug

Flirrend -

flirrend, der aufquellende Dunst zwischen trüben Straßenlaternen

da einer fällt über Meer und Land

fällt und (dabei) (flirrend’) Worte tanzt -

 Und Motten an ihren Spuren glimmend -

den Fassaden (stolzer Häuser) ahnungsvolle Schatten aufzeichnen

graufahl und flüchtig

den immergleichen Totentanz vollführen

am falschen, bösen Licht dieser blutenden Nacht

die kreiselnd, um sich selber taumelnd

immerzu aus weiter Ferne herabfällt -

ersticken.

                                                        Tänzelnde, hungrige Mückenschwärme

in Lichtfäden

die den Asphalt blaugrau färben;

blaugraue Mücken

im schwärmenden Lichthunger

tänzelndem Asphalts

da blaugraue Lichtschwärme

an Mückenfäden

sich hungrig tanzen.

 Ein Rascheln von den welken Bäumen

Lindenblätter kleben ihre Spur

Heimchen zirpen taktgleich aus den Abzugsschächten

blinder Häuser Kellerfratzen –

das tappend, schleifend Torkeln des Betrunkenen

der böse Flüche lallt an jenen singendhohen Vers

der Mädchenkehle:

es sei ein furchtsam loses Netz gewoben

um ihrer Träume willen...

ein Hund schlägt an, kurz nur ... und verweht

...Vers wie Schritte sind verstummt.

Wacht eine Fee darüber?

Täubchen wenigstens oder Eule?

Hoch droben hat ein spätes Flugzeug seine Netze ausgeworfen

brummend über diese Küstenlinie ziehend

als sei sie ein täuschender Grund voller Schlick und Unrat

ein Grund dennoch mit schweflig hellem Schatz, darin

weitab

das Sirren einer Bahn

Klack...Klack... die Schwellennähte im Wind....

 Eins, zwei, drei, vier...

allhier, allhier

als stürzt ein Träumer aus verschmierten Sternenwelten

stürzt aus einem verschatteten Himmel

zwei, drei, vier, fünf....

keiner da, keiner da?

nur schnell fort

nochmals zurück?

eins, zwei, drei...

wirbelnd herabstürzend ein ums andere mal

als gebe es keinen Grund aufzuschlagen

in solch’ belanglos schönen SeeNächten

drei, vier, fünf, sechs..

daß es die Sterne wirklich und dennoch gibt:

torkelnd, schwarz und silbenlos?

im Fallen ist uns das Träumen angeboren

eins, zwei, drei, vier...

wir straucheln gerne

taumeln

stürzen herab

vier, fünf, sechs, sieben...

und jeder blutig’ Aufschlag ist uns eine wichtige Vergangenheit

fernab und still lebendig

in allen ihren schalen Farben...

zwei, drei, vier, fünf...

aus welchem Unstern bist du denn gefallen?

von dort, aus welcher Pracht?

herabgewunden nur?

fünf, sechs, sieben, acht...

da Karim aufschlug jetzt.

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update: 21.03.2005