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LYRIK

 

für Silvia         Strenge          Nur fremd        Ingela  

NachtKonkubine      Lady D.    berge die nacht, berge das licht  

inseln     freunde   was ihr gesucht   verwelkt

welchen weg sollten wir gehen? 

 Roxana      den ‚heimatvertriebenen'        Dünen

Verse aus 'NebelZimmer' 

Nichts so Besonderes   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nichts so Besonderes

Wär’ doch alles nur so

Unereichbar

Wie ein Ich

Fehlbar

Leichter loszulassen

Aufzugeben

Und nicht etwas so Besonderes

Wie ein Ich als Du!

Nichts so Besonderes

Fehlbar blos – aufzugeben

Aber immer wieder -

Als wäre da ein Fallen

Und das Sterben anderswo

Wenn der eig’ne Widersacher schläft

Im Sommerwind

Fremder Augen

Nichts so Besonderes

Wie ein Heimkommen

Fehlbar

Leichter loszulassen

Aufzugeben blos

Nichts so Besonderes

Als wäre da ein Fallen

Und ein Sterben anderswo

Wenn der eig’ne Widersacher schläft

Im Sommerwind

Fremder Augen

Ein Heimkommen blos

Bedeutungslos

Im Sommerwind

Fremder Augen

Immer eingeschlossen

Und ein Sterben anderswo

Wenn der eig’ne Widersacher schläft

Im Sommerwind

Und nichts Besonderes mehr

Und nichts Besonderes

Ausser dem

Heimzukommen fallend

Aufzuschlagen

Im Sommerwind fremder Augen

Wie in einem Spiegel

Fehlbar

Leichter loszulassen

Aufzugeben

Leicht

Im Sommerwind

Wandelbar

Und nichts Besonderes mehr.

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für Silvia

du wunderbares
Wunderschön
dieser Morgen gehört uns beiden nur:
als wärst du eine Fee
so nah warst du
als wärst du eine Fee
näher als meine Hand an mir
und tief in dir
als wärst du eine Fee
deine Lust
die ich hörte an dir
als wärst du eine Fee
in dir
brummend, grummelnd, schreiend
laut
als wärst du eine Fee
in dir
die Lust
für Augenblicke
wie eine Fee
schreiend
und bereit 
als wärst du eine Fee
abzugeben
Lust
du Wunderbares
Wunderschön

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Strenge

(für LV)

 

In tief gewobnen Träumen einer Nacht

sternstundenweit gefliesst der Weg aus kalten Kacheln

an denen manch ein Absturz ist

und RosendornenSchatten

die zweite Haut in mattes Schwarz gegossen

abweisend nah jedwelchem Leidensfluss

Gesicht wie Masken – keine Regung

kein Wort

nur Spiegelweltenscherben

um Stück und Stück gebrochen scharf

wie RosendornenSchattenLust

so streng der Blick

so streng die Sehnsucht kalter Gier

an Dir - und gegen jeden der in Deinen Kreis sich wagt

die kühle falsche Haut als Trost

gestohlen ist die Scham

gestohlen jeder Schritt

geschenkt ist die versklavte Liebe

und Strenge kehrt zurück

- als Weg.

 

Ó 2003 w.weber-strehle

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Nur fremd

 

(für Suse im Januar 2003)

 

 

Ein Bild nur

fremd und fern

Wintermärchen

wer ist die Schöne, wer das Ungeheuer?

Blind nur – Fremde... und eine Welt

glitzernd in der Verweigerung

glimmend

ungeheure Schönheit

ohne jeden Zweifel

Ungeheuer

schön

verlassen

der, der fragt - das Ungeheuer

du kannst mit mir sprechen

Wintermädchen

kahl im Frost

eisig in der Nähe

als gäbe es Worte der Berührung

ungeheure Schönheit

ohne jeden Zweifel

Ungeheuer

schön

Frost und Schmetterling

ein Bild nur

Wintermärchen

glitzernd in der Verweigerung

glimmend

jemandes Feind

Wintermädchen

kahl im Frost

kannst du mit mir sprechen

fremd und fern

als gäbe es Worte der Berührung

ungeheure Schönheit

ohne jeden Zweifel

wer?

wer?

glitzernd in der Verweigerung

glimmend

morgen?

Blind nur – Fremde... und eine Welt

für dich

im Winter

ungeheure Frau

abgeschirmt

einer Ewigkeit anheim gegeben

wer?

wem?

Ungeheure WintermärchenFrau!

Fremde nur

unwiderstehlich

nur fremd

doch unwiderstehlich

glimmend

fern und fremd

eine Welt...

einer Ewigkeit anheim gegeben

und wunderschön

dennoch.

 

Ó wws - Dienstag, 21. Januar 2003

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Dünen

Und wir schliefen in den dünen
Weit das meer
Unweit schliefen wir
Nahe an der welt
Die nähe eine farce
Hielten uns umschlungen
Gegen den malstrom der träume
Und als wir erwachten
Hörten wir schreie -
Lebender
Ihre freude
Ihre liebe
Ihr sein

So betteten wir uns
Für den tod

© wws - juli 86

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berge die nacht, berge das licht

berge die nacht
behüte die nacht
da ich ein gefühl entdecke
dass mich das licht lässt löschen
so vieler lang vergangener nächte
an denen ich nicht fähig war
ein licht der liebe zu hüten

berge das licht
behüte das licht
da ich die tür entdecke
die so lange verschlossen war
in all den dummen träumen
an denen ich unfähig war

das licht der nacht zu hüten

ist dies lied an licht und nacht gerichtet?
bevor ich ahne was geschehen mag?
doch nie fand ich ein licht
inmitten der nacht
als sei sie eine tür
hinter der alles frage ist
erinnerst du dich
erinnerst du dich an deine hoffnung
dahinter sei mehr...?

berge die nacht
behüte die nacht
da ich ein gefühl entdecke
dass mich das licht löschen lässt
so vieler lang vergangener nächte
an denen ich nicht fähig war
ein licht der liebe zu hüten

berge das licht
behüte das licht
da ich die tür entdecke
die so lange verschlossen war
in all den dummen träumen
an denen ich unfähig war
das licht der nacht zu hüten

© wws - 99

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inseln

der wind kreiselnd
über meiner insel
summend
summend wie ein hauch von dir

wo bist du da ich blind bin?
ich sehe die gebeine der sirenen

wo bist du da ich taub bin?
Ich höre die worte deiner liebe

wo bist du da ich stumm bin?
ich rufe um hilfe

der wind kreiselnd
über meiner insel
summend
summend wie ein lied von dir

© wws - 2000

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welchen weg sollten wir gehen?

So seid mir gewiesen
Empfangen
Für ein ewig leer-reich
Ihr leckgeschlagnen schiffe
Oh glaube mein herz -
Träumten wir nicht einst
Unter den lichtfangenden brücken
Von einem jetzt?

Welchen weg sollten wir gehen?
Unter schwingenden lampions
Fanden wir ein nimmermehr
Ein wimmerndes land
Versunken im meer

Soll es noch sein
Das fühlen
Begehren?
Verlorene schiffe
Die schätze gelöscht
Wo einst das liebesbett stand

Schwankende vögel -
Brennend
Füttern sie das land
Und speien aus
Die lieder
Die einst nahrung waren

Vom gellenden süden her
Spür' ich den wilden hauch -
Der sonne haar verfangen
Im auge des raben

Zu weit - zu weit das meer...

© wws - 1985

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freunde

Viele gesichter sah ich wachsam
Die augen den anderen zugewandt
Stumme worte
Zinsoldatenwacht
Angstgebleicht
Nur nie verlieren
Den faden der gemeinsamkeit
Gesponnen aus zweifel

Wehe einer wagt
Das gespinst zu lösen
Den rücken zu kehren
Das netz nicht weiterzuweben:

Die augen
Die worte - sie töten
Gedroschene ähren
Verwaistes land
Die garben mit ketten gebunden

© wws - 83

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was ihr gesucht

Was ihr gesucht
Hat euch schon längst gefunden
Schwärme feuerblauen aasgetiers -
Ihr lacht -
Gesund
Ist auch ein qualvoll sterben

© wws - 99

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verwelkt

Die welt -
Da ihr sie nun geboren
Verwelkt
Verdorrt schon auf dem kindesbett

Ihr eitlen narren
Eingezäunter nacht
Voll von den triefend-nassen worten:
Freiheit, recht und liebespfand

Tand nur
Was ihr euch heut' geschworen
Als flaschenpost für totgeborne kinder
Krämer eurer eignen lebensangst

Die spass-wut
Eurer neuen welt
Ist schlächter
Eurer kindeskinder......

© wws - 6/00

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Roxana

Dein silberbleicher leib
die beine angewinkelt
über samtenen laken
gekräuselt wie wellen
Roxana -
tief und bebend atmend

Dein rotflammend haar
deckend das gesicht
die pupurvollen lider geschlossen
denkst du an erfüllte träume?
Roxana -
sinnlich lächelnd

Du hüllst dich in nachtschwarze seide
die nägel lackleuchtend
wie feuerräder
die in die tiefe springen
Roxana -
im fieber geschmiedet

Die linien
deiner hochgeschwungenen beine
prägen gedanken
gleich spuren tief im sand
Roxana -
jeder schritt ein zeichen

Deinen lippen formen worte
wie sinnliche hände den stein
für gräber
und weiche lager
Roxana -
leuchtfeuern gleich

Wem je du deine schenkel
dargebracht
die sucht der liebe
saugend an glühenden sonnen
in deinen augen gespiegelt
Roxana -
gnadenlos
lohegleich züngelnd
Roxana -
nie verlöschendes leben

© wws - 86/00

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den ‚heimatvertriebenen'

Ihr heuchler
Noch immer hör' ich eure weisen
Der blonden bestie
Schunkellied

Ich kenne eure heimat
Das wort zur abendlichen Feierstund'
Dies: längst vergessen
Und vergeben

Blaskapellen
Fahnen blutrotgold und schwarz
Geifernde münder
In eifernden hirnen

Ihr seid vertrieben?
Die heimat los?
Wo ihr zuerst vertrieben
Und gemordet habt
Ihr heuchler

Ihr blökt wie die schafe
Denen jeder morgen
Ein neues leben ist
Auch sie kennen keine geschichte
Ausser der des grases
Welches in duftenden haufen
Sie wiedergebären

Besser ihr schweigt für immer....

© wws - 84

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Für Lady D.

 

geliebte lady meiner traumtanztage

an deinen nylonbeinen will ich hängen all die nächte weit

auf deinen absätzen reiten über alle feuerstürme

mich binden an deiner seele sehnsucht

deine stiefel sollen meine heimstatt sein

ihr schaft mich binden

ihr glanz mich blenden

daran mein krankes haupt schmiegen

die gier deiner brüste will ich trinken

mich bergen am seim deiner lippen

am tau deiner schäumenden lust

deiner finger spiel

ist kunst

ist geheimnis der kristallenen monde

am saum deiner zweiten haut

so glänzend schimmernd in allen farben

werde ich inseln suchen

anker werfen in deinem haar

alle höhlen an dir

werden meine zuflucht werden

warm, feucht und weich

so stürmisch deine farben schwelgen

an lid und wange

glitzernd all der schmuck

deiner reichen wunder

umfange mich

beherrsche mich

schreite weit aus

der glanz deiner stoffe blinkend

jedes lachen ist ein schwur

jede träne tau auf meiner träume wiesen

die blumen werden schmücken dich

die dort gedeihen

fessle mich darin

gebiete über unseren schmerz

während deine schenkel feucht werden

dein fuss mich streift

dein absatz linien zieht

auf meinem körper

stülpe dich über mich

dein seidenglanz mich hüllt

und der tanz deines fleisches über mir

pfählt mich ins glück

martere mich mit deinen glänzend feuchten lippen

liebevoll geschützt

ein jeder schrei von dir aus deiner lust

wird mir ein geheimnis einschreiben

tiefster sehnsucht

gib böse worte voller liebe mir

obszön und wahr

geschmückt mit wilder gier

und tränen aller wesen

die neidisch uns betrachten

während unsere liebe verschmilzt

einen schrein der glut

bauen wir an uns

mit nylonhäuten wirst du mich würgen

mit schlangenleder binden

dein wimpernschlag schwarzen mascaras

wird vögel verbrennen

die hure in dir

wird mit lack und leder mich bezahlen

wie ich sie bezahlen werde mit goldscheinen

an allen deinen furchen der lust

traumtänzer der verbotenen spiele werden wir sein

an der lust des anderen

schlagen welten wellen

jeder tag wird hochzeitsfackel sein

für jede nacht davor

unsere körper schreiben märchen

die noch gelesen werden müssen

wenn die erde geschmolzen ist

an den spitzen deiner kleider blinken sterne

befeuert von einem lüsternen lächeln

trunken fallen die melodien auf mich

die du in dir gezeugt

traumschlafend

wo dein körper lag

werden reiche erstehen

voller königinnen und sklaven

wunderwonnen ohne arg

feen und wasserwesen

unter deiner obhut

werden mich hüten zu jeder zeit

all die nuttenreiche stehen in deiner schuld

für deine liebe zu mir

für jede gunst deines blickes

..... pfähle mich mit deiner liebe

Lady D.

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NachtKonkubine 

(Entwurf)

 

ihr seidner glanz

voll gier

in honigseim getaucht

nassatmend’ poren

unter glänzendgrellen stoffen

raschelnd

wie zärtlich’ blühend laub

doch hart auch

und unbeugsam

auf hohen beinen

absatzweit gehoben

von der neidend’ erde

jeder schritt die woge

bewegung eines meers

lustvolle gesten

voll schneidender zier

geheimnisvoll lächelnd

die worte:

... verführe das heute

das morgen vergiss’

die dauer zählt sterne

die gier nur das jetzt!

...

so bindet sie fesseln

hauchdünner art

führt huren dir zu

gleich welchen geschlechts

...

ihr verhüllen ist spiel

ihr spiel reine lust

die lust misst nach stunden

die stunde nach gier

die gier nach erfüllung

die erfüllung nach wahn

der wahn ist verhüllung

die hülle ein spiel

...

so wandelt sie weiter

auch jenseits von dir

fügt wangen an körper

und körper an fleisch

gibt träumen die freiheit

befreit träumende lust

ist masslos im staunen

wie masslos im wünschen

der eigenen gier

nur menschen sind es

die sie hindern

an den schmerzhellen wegen

die sie noch gehen will

...

so ratlos im scheitern

erwacht ihr der tag

zum trostlosen dämmern

... bis...

 © wws – 08.00 

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Ingela

 

So fern – gesagt

So fern – und sein

In harschen Widerwelten

Kalt und klar

Worte nur

Bilder

Hingesagt, hingemalt

Eingekapselt

In grau-grün Augen

Rotem Haar

Als käme eine Welt so zu sich

In kurzen schwärend Augenblicken

Abseits

Still

So fern – und Feuer

So fern – und sein

In wüst Gedankenbildern

Gewitterschnee

Worte nur

Bilder

Hingedacht, hingeworfen

Abgekapselt

In grau-grün Augen

Rotem Haar

Als käme eine Illusion so zu sich

In kurzen heftgen Widerhaken

Abseits

Wild

Verwoben ganz in deinen Namen

Ingela

 

 

Ó 20-11-02  W. Weber-Strehle

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update: 21.03.2005